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MIBs

Kurz: Eine MIB ist die Beschreibung, die ein Hersteller zu seinen SNMP-Werten liefert — welcher Name zu einer OID gehört, was sie bedeutet, welche Zahl welchen Zustand meint und in welcher Einheit gezählt wird. Vesana liest diese Dateien und benutzt sie beim Einrichten: für Namen, Erklärungen und Vorschläge. Ein Check selbst speichert weiterhin nur die numerische OID und läuft ohne MIB genauso.

Zu finden unter Profiles → Reiter „MIBs".

Was eine MIB ändert — und was nicht

Mit MIB Ohne MIB
OIDs tragen Namen (ifHCInOctets statt 1.3.6.1.2.1.31.1.1.1.6) Vesana zeigt die nackte OID oder einen Namen aus dem eingebauten Katalog
Zustandswerte haben Bezeichnungen (3 = onBattery) Die Zahl ohne Bezeichnung
Einheiten und Darstellung (rpm, 0.1 °C) sind bekannt Einheit trägst du selbst ein

Eine MIB zu löschen oder zu ersetzen ändert keinen Check. Checks speichern nur numerische OIDs — sie laufen weiter, verlieren höchstens die Namen in der Anzeige. Ein Check, der mit MIB-Hilfe eingerichtet wurde, lässt sich deshalb auch als Profil teilen und läuft auf jeder anderen Instanz.

Mitgelieferte MIBs

Vesana bringt die verbreiteten Standard-MIBs mit (Herkunft „Mitgeliefert"), unter anderem:

  • Schnittstellen und Netz: IF-MIB, IP-MIB, IP-FORWARD-MIB, TCP-MIB, UDP-MIB, EtherLike-MIB, BRIDGE-MIB, Q-BRIDGE-MIB, POWER-ETHERNET-MIB
  • Geräte und Sensoren: HOST-RESOURCES-MIB, ENTITY-MIB, ENTITY-SENSOR-MIB, ENTITY-STATE-MIB
  • USV und Drucker: UPS-MIB, Printer-MIB
  • Linux/net-snmp: UCD-SNMP-MIB, UCD-DISKIO-MIB, LM-SENSORS-MIB, NET-SNMP-MIB
  • dazu die IANA-Module, die diese brauchen (IANAifType-MIB, …)

Sie stehen allen Tenants zur Verfügung und lassen sich nicht löschen. Herkunft und Lizenz jeder Datei stehen in den Drittanbieter-Hinweisen.

LLDP-MIB fehlt bewusst: sie ist eine IEEE-Norm ohne geklärte Weitergabe. Wer sie braucht, lädt sie selbst hoch.

Eine MIB hochladen

  1. Profiles → MIBs → „MIB hochladen".
  2. Dateien hineinziehen oder anklicken: einzelne MIB-Dateien (.mib, .my, .txt oder ohne Endung) oder ein ZIP mit dem ganzen Hersteller-Paket.
  3. Gilt für wählen:
  4. Nur Tenant X — nur dieser Tenant sieht die MIB.
  5. Instanzweit — alle Tenants. Diese Wahl gibt es nur mit dem Recht mibs.upload_global (siehe Rechte).
  6. Hochladen. Der Dialog sagt je Modul, was passiert ist; übersetzt wird im Hintergrund.

Lieber das ganze Paket

Hersteller-MIBs bauen aufeinander auf (CISCO-SMI wird von fast jeder Cisco-MIB gebraucht). Wer das komplette ZIP von der Hersteller-Seite hochlädt, bekommt alle Abhängigkeiten auf einmal.

Was der Dialog meldet

Meldung Bedeutung
neu — wird übersetzt Modul gespeichert, Übersetzung läuft
ersetzt — wird neu übersetzt Eine neuere Fassung desselben Moduls hat die alte ersetzt
unverändert Genau diese Datei liegt schon vor
älter als die gespeicherte Fassung Die Datei hat eine ältere Revision (LAST-UPDATED). Mit dem Häkchen „Trotzdem ersetzen" und „Ausgewählte ersetzen" übernimmst du sie bewusst
Basis-Modul — kennt Vesana eingebaut SNMPv2-SMI, SNMPv2-TC & Co. sind fest eingebaut; die Datei wird nicht gebraucht
… Dateien im Paket übersprungen Im ZIP lagen Dateien, die Vesana nicht übernimmt: keine MIB (Handbücher, Bilder), zu groß, verschlüsselt, beschädigt oder mit unbekanntem Verfahren gepackt. Die übrigen MIBs des Pakets werden gespeichert; die Dateinamen stehen im Tooltip

Ein Tenant-Modul mit demselben Namen wie ein instanzweites überdeckt dieses für den Tenant — so kann ein Kunde eine eigene Fassung benutzen, ohne die der anderen zu ändern.

Aus der Vesana-Bibliothek

Die Vesana-Bibliothek stellt geprüfte Hersteller-MIBs bereit (MikroTik, Synology, Fortinet, HPE, Ubiquiti, APC und weitere). Profiles → MIBs sucht darin; Holen legt das Modul instanzweit ab.

  • Jede Zeile sagt vorher, wie das Modul hier schon liegt: vorhanden, Aktualisieren (die Bibliothek hat eine neuere Revision) oder eigene Fassung vorhanden — eine hochgeladene oder mitgelieferte Fassung hat immer Vorrang und wird von der Bibliothek nie ersetzt.
  • Bei Hersteller-MIBs verteilt die Bibliothek nur das abgeleitete Verzeichnis (Namen, OIDs, Typen, Wertelisten, Einheiten), nicht den Originaltext — die Lizenz der Hersteller erlaubt das Weitergeben meist nicht. Diese Module zeigen deshalb keine Beschreibungen. Wer sie braucht, lädt die Originaldatei des Herstellers selbst hoch; sie ersetzt dann den Eintrag aus der Bibliothek.
  • Kein Internet oder eine eingestellte Adresse ohne MIB-Bibliothek: die Suche sagt „nicht erreichbar", Hochladen geht weiterhin.

MIBs aus der Bibliothek kommen außerdem von selbst:

  • Beim Installieren eines Profils aus der Bibliothek. Ein Profil nennt die MIBs, die zu seinen Checks gehören; Vesana holt sie mit und sagt es in der Meldung. Ist die Bibliothek dabei nicht erreichbar, wird das Profil trotzdem installiert; die MIBs lassen sich später im Reiter holen.
  • Im Geräte-Scan, siehe unten.

Hochgeladene MIBs bleiben auf deiner Instanz; sie werden nicht an die Bibliothek geschickt.

Zustände

Jede MIB zeigt ihren Zustand in Worten:

Zustand Bedeutung Was tun
Wird übersetzt … Läuft im Hintergrund, meist nur Sekunden Nichts
Bereit Namen und Werte sind bekannt; die Zahl dahinter sagt, wie viele Nichts
Wartet auf Abhängigkeit Die MIB braucht ein anderes Modul, das noch fehlt — der Name steht dabei („braucht CISCO-SMI") Die fehlende Datei hochladen. Sie liegt meist im selben Hersteller-Paket. Sobald sie da ist, wird das wartende Modul von selbst fertig übersetzt
Fehler Die Datei ist fehlerhaft; die Meldung nennt die Zeile („Syntaxfehler in Zeile 233") — oder die Übersetzung hat eine Grenze gerissen („Speichergrenze erreicht", Zeit, Rechenzeit) Die aktuelle Fassung von der Hersteller-Seite holen und erneut hochladen

„Ohne … verwenden"

Fehlt eine Abhängigkeit dauerhaft (der Hersteller liefert sie nicht mehr aus), kannst du die MIB in der Detailansicht mit „Ohne X verwenden" trotzdem in Betrieb nehmen. Alles, was die MIB selbst beschreibt, ist dann bekannt; Werte, deren Typ aus dem fehlenden Modul käme, bleiben ohne Werteliste. „Wieder auf X warten" macht das rückgängig.

Automatisch korrigiert

Manche Hersteller-MIBs haben bekannte kleine Fehler (zum Beispiel einen vergessenen Import von mib-2 oder ein fehlendes END). Vesana korrigiert diese belegten Fälle vor dem Übersetzen und sagt es in der Detailansicht: „Automatisch korrigiert: fehlender Import ergänzt: mib-2 (SNMPv2-SMI)". Die gespeicherte Originaldatei bleibt unverändert.

Im Geräte-Scan

Der Geräte-Scan (Host → Geräte-Scan → Tiefer suchen) liest zusätzlich die Zweige aller hochgeladenen MIBs des Tenants — die des Geräteherstellers zuerst — und schlägt die gefundenen Werte als Checks vor:

Die MIB sagt Vorschlag
Einzelwert mit Werteliste (auch TruthValue) Zustands-Check mit Bezeichnungen
Tabellen-Spalte mit Werteliste ein Check über alle Zeilen („schlechtester Zustand"), Namensspalte gesetzt
Zahl (Gauge, Integer) Messwert mit Einheit aus UNITS und Faktor aus DISPLAY-HINT (d-1 ⇒ 0,1)
Zahlen-Spalte Maximum über alle Zeilen, Namensspalte gesetzt
Zähler (Counter32/64) Rate pro Sekunde
Bitmaske (BITS) Text-Check mit Bit-Bezeichnungen
Text Text-Check (nicht vorausgewählt)

Schnittstellen-Zähler (IF-MIB) brauchen keine MIB: Auslastung, Fehler und Datenverkehr je Schnittstelle schlägt der Scan bei jedem Gerät vor — siehe Bandbreite und Zähler.

Welcher Wert OK, WARNING oder CRITICAL ist, sagt eine MIB nicht. Vesana nimmt dafür den gepflegten Katalog; kennt der die OID nicht, ordnet es eindeutige Bezeichnungen zu (ok, normal, up ⇒ OK · warning, degraded ⇒ WARNING · failed, critical, down ⇒ CRITICAL) und markiert das sichtbar als Vorschlag — bitte prüfen. Alles andere bleibt ohne Zuordnung und meldet WARNING, bis du es festlegst. Das gilt auch für Wahrheitswerte (true/false): ob „an“ gut oder schlecht ist, hängt vom Wert ab (eine abgeschaltete Funktion ist oft gewollt), deshalb ordnet Vesana sie nie selbst zu.

Über den Vorschlägen steht je MIB, was das Gerät geantwortet hat („34 Werte · 9 vorgeschlagen" oder „Gerät antwortet nicht in diesem Zweig"). Meldet sich das Gerät als Hersteller, für den keine MIB vorliegt, fragt Vesana die Vesana-Bibliothek:

  • Hat die Bibliothek die MIB, holt Vesana sie, sagt es und wiederholt den Scan von selbst — die Hersteller-Werte stehen dann gleich dabei. Ab dem zweiten Scan desselben Geräts liegt die MIB schon vor dem Scan bereit.
  • Hat die Bibliothek keine oder ist sie nicht erreichbar, sagt der Scan das und bietet MIB hochladen an; danach einmal Neu scannen.

Ohne hochgeladene MIB läuft der Scan genau wie bisher.

Im Check-Editor

An jedem OID-Feld eines SNMP-Checks (Host- und Profil-Editor) hilft die MIB-Ablage beim Einrichten — gespeichert wird immer nur die Zahl:

  • In MIB suchen öffnet die Suche über alle MIBs, die du sehen darfst: Name (mtxrHlTemperature), MODUL::name oder OID. Treffer zeigen Modul, Typ, Werteliste, Einheit und Beschreibung. Wählst du im Feld Tabellen-Spalte eine Spalte, setzt Vesana die Namensspalte gleich mit, wenn die MIB eine kennt.
  • Namen statt Zahl eintippen geht auch: VESANA-TEST-MIB::vtTemperature.0 oder nur vtTemperature — beim Verlassen des Felds wird daraus die OID. Ein Einzelwert ohne Zeile bekommt .0. Gibt es den Namen in mehreren MIBs, fragt das Feld, welche gemeint ist.
  • Unter dem Feld steht, welches Objekt die Zahl ist (MODUL::name.Zeile, Art, Typ, Einheit; die Beschreibung im Tooltip). Dasselbe zeigt der Status eines Checks als MIB-Objekt.
  • Zähler (Counter32/Counter64) steigen seit dem Gerätestart; ein Hinweis unter dem Feld empfiehlt dann einen Rate-Check — bei Schnittstellen-Oktetten die Schnittstellen-Auslastung.
  • Im Block Interpretation: Aus MIB übernehmen füllt die Zuordnung mit den Bezeichnungen der MIB (Status wie im Scan: Katalog vor Bezeichnung, sonst leer) bzw. die Umrechnung mit Faktor und Einheit aus DISPLAY-HINT und UNITS.

Wer die API direkt benutzt: ein symbolischer Name in einem OID-Feld wird abgewiesen (HTTP 422) — ein Collector kennt keine MIB.

Detailansicht

Ein Klick auf eine Zeile öffnet die Seitenleiste:

  • Zustand mit Satz und Ausweg (neu übersetzen, ohne Abhängigkeit verwenden, löschen)
  • Steckbrief: Revision, Herkunft, Bereich, Hersteller-Zweig (1.3.6.1.4.1.<nummer>), Datei
  • Braucht / Wird gebraucht von: die Abhängigkeiten in beide Richtungen, farbig nach Zustand
  • Werte und Tabellen: alle Objekte der MIB mit Suche (Name oder OID) und Filter nach Art. Ein Klick klappt Typ, Einheit, Darstellung, Werteliste und Beschreibung auf

Löschen

Löschen in der Detailansicht zeigt vorher, welche Checks Werte aus dieser MIB benutzen:

3 Checks nutzen Werte aus dieser MIB: … — Diese Checks laufen weiter; sie verlieren nur die Namen in der Anzeige.

Brauchen andere Module die gelöschte MIB, warten sie danach wieder auf sie. Mitgelieferte MIBs lassen sich nicht löschen.

Rechte

Recht Erlaubt Standard
mibs.view Liste, Detail, Namen nachschlagen Admin, Operator, Viewer
mibs.upload Für die eigenen Tenants hochladen, neu übersetzen, „ohne … verwenden" — und MIBs aus der Vesana-Bibliothek holen Admin
mibs.delete Eigene Tenant-MIBs löschen Admin
mibs.upload_global Instanzweit hochladen, ändern und löschen — wirkt auf alle Tenants nur Super-Admin

Instanzweit gilt nur, wer das Recht in allen Tenants hält — wie bei der Icon-Bibliothek. Uploads, Löschungen und „ohne … verwenden" stehen im Audit-Log.

MIBs aus der Vesana-Bibliothek landen immer instanzweit, auch wenn ein Tenant-Admin sie holt: es sind geprüfte Daten der Bibliothek, kein eigener Inhalt — und lokal Hochgeladenes überdecken sie nie. Beim Installieren eines Profils und im Geräte-Scan gilt das Recht, das der Vorgang ohnehin verlangt (Profil installieren bzw. Gerät scannen). Jedes Holen steht im Audit-Log (mib_hub_import).

Sicherheit

Eine MIB ist reiner Text; sie enthält keinen ausführbaren Code. Vesana übersetzt sie trotzdem vorsichtig:

  • in einem eigenen Prozess mit Zeit- und Speichergrenze (3 Minuten, 1,5 GB) und ohne Netzzugriff,
  • nur Dateien, die ein Mensch dieser Instanz hochgeladen hat oder die Vesana mitliefert — was aus der Vesana-Bibliothek kommt, wird gar nicht übersetzt: es ist ein fertiges Verzeichnis, das Vesana gegen sein Schema prüft (Felder, Obergrenzen, Modulname) und sonst ablehnt,
  • das Ergebnis ist ein geprüftes Daten-Verzeichnis, nie erzeugter Programmcode.

Die Grenzen gelten je Übersetzungslauf: reißt ein Lauf mit mehreren Modulen eine Grenze, übersetzt Vesana die Module in kleineren Gruppen bzw. einzeln nach — auf Fehler steht danach nur das Modul, das auch allein scheitert. Große ZIP-Pakete werden im Hintergrund entpackt; die Oberfläche bleibt dabei bedienbar.

Grenzen beim Hochladen: einzelne Datei bis 8 MB, ZIP bis 48 MB mit höchstens 3000 Einträgen und 200 MB entpackt, bis zu 50 Dateien auf einmal. Beim Nachschlagen nimmt Vesana OIDs mit bis zu 128 Stellen an; längere Eingaben werden sofort abgewiesen.

Häufige Fragen

Brauche ich MIBs, um SNMP-Checks zu bauen? Nein. Jeder SNMP-Check funktioniert mit der numerischen OID. Die MIB macht das Einrichten nur verständlicher.

Ich habe die MIB hochgeladen, aber sie „wartet" immer noch. Der Name des fehlenden Moduls steht dabei. Lade genau diese Datei nach — meist liegt sie im selben ZIP des Herstellers, oft unter einem anderen Dateinamen. Danach wird das wartende Modul automatisch fertig.

Warum steht „Basis-Modul — kennt Vesana eingebaut"? Grundmodule wie SNMPv2-SMI sind fest eingebaut. Die Datei aus dem Paket wird übersprungen; das schadet nichts.

Wieso kamen beim Installieren eines Profils MIBs mit? Das Profil in der Bibliothek nennt die MIBs, zu denen seine Checks gehören. Mit ihnen zeigt Vesana Namen und Bezeichnungen statt nackter OIDs. Die Checks laufen auch ohne sie.

Warum ist die Beschreibung bei einer MIB aus der Bibliothek leer? Die Bibliothek verteilt bei Hersteller-MIBs nur das Verzeichnis, nicht den Text (Lizenz). Lade die Originaldatei des Herstellers hoch — sie hat Vorrang vor dem Eintrag aus der Bibliothek und bringt die Beschreibungen mit.

Kann ein Tenant die MIB eines anderen sehen? Nein. Tenant-MIBs sind nur im eigenen Tenant sichtbar; instanzweite MIBs sehen alle.

Siehe auch