Geräte-Kompatibilität¶
Übersicht, für welche Geräte in der Vesana-Bibliothek fertige Profile bereitstehen, und worauf du bei bestimmten Herstellern achten solltest. Profile werden laufend gegen echte Geräte nachgezogen — fehlt dein Modell, hilft meist trotzdem ein Profil aus derselben MIB-Welt als Startpunkt (klonen + anpassen, siehe Profile bearbeiten). Die Liste gibt den Stand der Bibliothek im Oktober 2026 wieder; die aktuelle Auswahl zeigt Profile → Verfügbar.
Netzwerk¶
| Hersteller | Profile | Hinweis |
|---|---|---|
| Ubiquiti UniFi | Switch, Access Point, Gateway (UDM / UCG / UXG), Network Controller | eigene MIB-Welt je Gerätetyp |
| Aruba / HPE Instant On | Instant-On-Switch getrennt von ProCurve/Aruba-CX | Instant On spricht nur IF-MIB + Standard-PoE, kein herstellerspezifisches MIB |
| HPE ProCurve | eigenes Profil | ProCurve/Aruba-CX ≠ Instant On — nicht austauschbar |
| Cisco Catalyst | eigenes Profil (IOS-MIB-Welt) | nicht kompatibel mit SG/CBS — siehe unten |
| Cisco Small Business (SG/CBS) | eigenes Profil | eigene MIB-Welt, getrennt von Catalyst |
| MikroTik | Router-Profil + Switch-Profil getrennt, dazu IPsec- und WireGuard-Tunnel | RouterOS-MIB |
| AVM FRITZ!Box | Router-Profil | |
| Cisco ASA | Firewall-Profil | |
| Sophos XG / XGS | Firewall-Profil | |
| Zyxel USG / ATP | Firewall-Profil | |
| Fortinet FortiGate | Firewall-Profil | |
| SonicWall (Gen7) | Firewall-Profil, gegen SonicOS 7.3 verifiziert; eigenes Profil für NSa im HA-Verbund (Beta) | siehe Eigenheiten unten |
| OPNsense | Firewall-Profil (REST-API) | nicht per SNMP oder Shell — siehe Eigenheiten unten |
Warum Catalyst und SG/CBS getrennte Profile sind: Cisco Catalyst (klassische IOS-Geräte) und die Small-Business-Serie (SG/CBS) sprechen unterschiedliche MIB-Bäume. Ein Profil für das eine Gerät liefert auf dem anderen falsche oder gar keine Werte — deshalb bewusst zwei Profile statt eines gemeinsamen. Dasselbe gilt für ProCurve/Aruba-CX gegenüber Instant On.
Storage / NAS¶
| Hersteller | Profile |
|---|---|
| Synology | NAS-Profil (SNMP, Disk-/Volume-Aggregation, SMART je Einschub) |
| QNAP | NAS-Profil |
| TrueNAS | NAS-Profil |
| Fujitsu ETERNUS | Storage-Profil |
| UGREEN NASync | NAS-Profil über den Linux-Agent (UGOS Pro ist Debian-basiert): SMART-Plattengesundheit + -Temperaturen, RAID (mdadm), btrfs-Pool-Integrität, System-Temperatur/Lüfter, SMB-Dienst, NAS-Übersicht mit Diskbay-Panel; opt-in Docker + USV (NUT) |
Strom¶
| Hersteller | Profile |
|---|---|
| APC | UPS-Profil |
| Eaton | UPS-Profil |
| Andere USV mit Standard-UPS-MIB (RFC 1628), z. B. HPE | generisches UPS-Profil |
Virtualisierung / Server¶
| Plattform | Profil | Hinweis |
|---|---|---|
| VMware ESXi | Host-Profil (vSphere-API) | Read-only-Konto, keine Shell nötig — siehe Eigenheiten unten |
| VMware vCenter | vCenter-Profil | |
| Proxmox VE | Host-Profil · „Proxmox VE (API)" | Über API-Token überwachen |
| Proxmox Backup Server | Host-Profil · „Proxmox Backup Server (API)" | Über API-Token überwachen |
| Hyper-V | Windows-Hyper-V-Host-Profil | |
| Windows Server | generisches Agent-Profil | CPU/RAM/Disk/Services/Eventlog |
| Linux Server | generisches Agent-Profil | CPU/RAM/Disk/Services, läuft auch über SSH (passiv) |
| Server-Hardware | Dell iDRAC, Fujitsu iRMC, HPE ProLiant |
Dazu kommen Anwendungsprofile, u. a. für Windows-Rollen (Domain Controller, IIS, Exchange, DFS-Replikation, Hyper-V, SQL Server), Windows-11-Clients, Docker-Hosts, Web-, Mail-, DNS- und Datenbankserver, Veeam Backup & Replication sowie die Telefonanlagen 3CX und FreePBX/Asterisk.
Heimgeräte¶
Sonos-Lautsprecher, Apple-AirPlay-Geräte und Google Chromecast haben eigene Profile (Sonos-Details unter „Geräte-Eigenheiten").
Drucker¶
Herstellerprofile für HP, Brother, Lexmark, Canon, Xerox, Kyocera und Ricoh — Tonerstand, Papierstau, Seitenzähler über SNMP (Standard-Printer-MIB, meist herstellerübergreifend kompatibel).
Geräte-Eigenheiten¶
ESXi — überwacht über die vSphere-API, nicht per Shell¶
VMware ESXi wird über die vSphere-API überwacht. Ein Konto mit der Rolle Read-only genügt — Shell-Zugang wird nicht gebraucht, und ESXi lässt ohnehin nur Administrator-Konten in die Shell (auch wenn am Konto „Shell access" gesetzt ist, meldet ESXi ein Nicht-Admin-Konto beim SSH-Login ab). Gemessen werden CPU, Speicher, Datastore-Auslastung und -Erreichbarkeit, laufende/gestoppte VMs, Netzwerk-Uplinks, Hardware-Sensoren, Verbindungszustand, Laufzeit und ausstehende Neustarts. Alle Checks eines Geräts teilen sich einen Abruf pro Zyklus.
Das Profil kommt aus der Vesana-Bibliothek und liest die Messgrößen über ein einziges, editierbares Script (in der Scripts-Bibliothek einsehbar) — für „eine VM steht" oder „der Host ist neu gestartet" wählst du die dafür passende Messgröße mit der richtigen Schwellwert-Richtung (z. B. „VMs not running" statt „VMs running", „Uptime" mit unterer statt oberer Grenze).
OPNsense — REST-API statt SNMP oder Shell¶
OPNsense wird über die REST-API überwacht, nicht über SNMP und nicht über die Shell. Ein Konto ohne Shell-Zugang genügt — es braucht nur das Recht „Lobby: Dashboard" (das jeder Benutzer ohnehin hat) plus die Rechte der jeweils genutzten Status-Seiten (System-Status, Gateways, Dienste, Schnittstellen, IPsec/OpenVPN). Grund für den Wechsel weg von SNMP: OPNsense liefert die für Firewalls üblichen SNMP-Zählwerte (z. B. PF-Statuszähler) über sein SNMP-Plugin nicht, und die Shell verlangt wie bei ESXi ein Administrator-Konto.
Synology — SMART-Werte je Einschub¶
Zusätzlich zum Disk-Status liest das Synology-Profil je Einschub den SMART-Zustand: Zustand laut DSM (normal/warning/critical/failing — dieselbe Einstufung wie im DSM-Speicher-Manager unter „Zustand"), Restlebensdauer in Prozent und Bad-Sector-Zahl. Was ein Laufwerk nicht meldet (SSDs melden meist keine Bad-Sector-Zahl, HDDs keine Restlebensdauer), bleibt Text „nicht gemeldet" und wird nie als Zahl ausgegeben. Die Geräteansicht zeigt die Werte je Einschub im Reiter „Gerät".
Zähler-OIDs ohne absolute Schwellwerte¶
SNMP-Zähler wie Interface-Fehler oder STP-Topology-Changes zählen seit dem letzten Geräte-Neustart hoch — sie erreichen irgendwann jeden beliebigen Schwellwert, unabhängig davon, ob gerade wirklich ein Problem vorliegt. Profile der Bibliothek setzen auf solche Checks bewusst keine absoluten CRITICAL/WARNING- Schwellwerte; stattdessen werden sie als Trend/Summe im Graph dargestellt (reine Information, kein Alarm). Wenn du selbst einen Zähler-Check baust: gleiches Prinzip — absolute Schwellwerte auf einen monoton steigenden Zähler enden zuverlässig in Dauer-CRITICAL.
auto_add — nicht jeder Check ist sofort aktiv¶
Manche Profile-Checks sind mit auto_add=false markiert und werden beim
Anwenden eines Profils nicht automatisch auf den Host gelegt. Betrifft vor
allem Management-Port-/SSL-/SSH-Checks, die auf abgesicherten Geräten (z. B.
Management-Interface nur im LAN erreichbar) chronisch rot wären, oder Checks,
die je nach Geräte-Generation unterschiedliche Werte liefern und deshalb
nicht pauschal aktiviert werden sollten (z. B. SonicWall-RAM-Meldung je nach
Generation). Die Check-Beschreibung im Profil erklärt jeweils, wann du ihn
manuell dazuschalten solltest — Aktivierung über Profile bearbeiten
bzw. direkt am Host in der Service-Liste.
Geräte-Snapshot + Visualisierung¶
Geräteprofile der Bibliothek bringen in der Regel einen Check mit, der die Detailansicht des Hosts mit einer passenden Visualisierung füllt (Reiter „Gerät": Switch-Portkarte, Firewall-Panel, NAS-Diskbay, USV-Panel — je nach Gerätetyp). Ohne einen solchen Check bleibt die Detailseite auf die reine Check-Liste beschränkt. Der Schnappschuss muss nicht per SNMP kommen: Jeder Check, dessen Konfiguration einen snapshot_type trägt (z. B. „NAS Overview" im UGREEN-Profil über den Agent), füllt dasselbe Panel — das passende Visual wird beim Import automatisch gesetzt, und neben einem bestehenden Snapshot-Lieferanten wird kein SNMP-Check gesetzt, den am Agent-Host niemand ausführen könnte. Das Panel zeigt immer den letzten Lauf.
Sonos-Lautsprecher werden über ihre lokale HTTP-Schnittstelle (Port 1400) überwacht — Erreichbarkeit mit Modell, Firmware, Verbindungsart (Kabel/WLAN/Heimkino-Satellit), optional WLAN-Signal und Akku (Move/Roam). SSH oder SNMP gibt es dort nicht; die Discovery erkennt Sonos auch über VLAN-Grenzen hinweg (Ports 1400/7000, Geräte-Zertifikat auf 1443).
MIB-Wissen¶
Hersteller-MIBs lädst du unter Profile → MIBs hoch; danach tragen OIDs Namen, Wertelisten und Einheiten: MIBs.
Anschluss¶
- Vesana-Bibliothek — Profile installieren und aktualisieren
- Profile bearbeiten — Profile lokal anpassen
- MIBs — Hersteller-MIBs hochladen und OIDs nachschlagen