Migration von Checkmk¶
Checkmk hat eine sehr weitgehende automatische Service-Erkennung. In Vesana legt ein Geräteprofil die üblichen Checks an, den Rest wählst du gezielt aus. Weitere Unterschiede, die beim Umzug eine Rolle spielen:
- Docker-Compose-Stack statt OMD-Sites
- Mandanten (Tenants) eingebaut
- Push-Meldungen aufs Handy über die installierbare Web-App
- optionaler KI-Assistent
Konzept-Mapping¶
| Checkmk | Vesana | Bemerkung |
|---|---|---|
| Host | Host | identisch |
| Service | Profil-Check + Check am Host | analog Zabbix-Item |
| Rule (Setup/WATO) | Schwellwerte am Profil-Check bzw. Check, Alert-Regel für Meldungen | Schwellwerte gelten pro Profil und lassen sich je Gerät überschreiben |
| Folder + Folder-Vererbung | Ordner + Profile | Ordner strukturieren; Einstellungen erben über das Profil, nicht über den Ordner |
| Host-Tag | Tag | mehrere Tags pro Host |
| Service-Discovery | Profil + Geräte-Scan / SNMP-Sensor-Picker | gezielter als in Checkmk |
| Cluster | Aggregat (K-von-N) | siehe Häufige Fragen |
| Periodic discovery | Geräte-Scan erneut ausführen | kein Automatismus |
| Notification Rule | Alert-Regel + Benachrichtigungs-Kanal | beides zusammen |
| Time period | wiederkehrende Downtime | kein Zeitfenster an der Alert-Regel |
| Local check | Monitoring-Script | identisch im Konzept |
| Special Agent (vSphere, Proxmox) | Geräteprofile über die API | ESXi über die vSphere-API, Proxmox VE und Proxmox Backup Server über ihre API; Cloud-Anbieter (AWS & Co.) nicht |
| HW/SW-Inventory | Tiefenanalyse im Host-Detail (Agent) | kein eigenständiges Inventar-Werkzeug |
| BI (Business Intelligence) | Aggregate + Dashboards | keine Aggregations-Bäume wie Checkmk-BI |
| Site (verteilte Überwachung) | mehrere Collectors / mehrere Tenants | strukturell anders |
Phase 1 — Site-Inventur¶
Auf dem Checkmk-Server:
# Alle Hosts:
omd su <site>
cmk -L
# Alle Services pro Host:
cmk -d <hostname>
# Discovery für einen Host:
cmk -II <hostname>
Phase 2 — Profile in Vesana anlegen¶
Pro Checkmk-Service-Gruppe (z. B. „filesystem", „cpu_load", „mem_used") ein Profil-Check in einem Vesana-Profil.
Die Profile aus der Vesana-Bibliothek decken viele Gerätetypen ab (Linux, Windows, Netzwerkgeräte, NAS, Hypervisoren, …) — was fehlt, als eigenes Profil anlegen.
Phase 3 — Agent-Wechsel¶
Linux¶
# Checkmk-Agent stoppen
sudo systemctl stop check-mk-agent
# Optional: deinstallieren
sudo dpkg -r check-mk-agent
Danach den Vesana-Agent mit dem Installationsbefehl aus Vesana installieren (Host → Agent einrichten).
Windows¶
Checkmk-Agent deinstallieren, dann den Vesana-Agent über den Installationsbefehl oder das setup.exe aus Vesana installieren.
Beide Agents können parallel laufen — der Vesana-Agent öffnet keinen Port, er verbindet sich nur ausgehend zum Server.
Phase 4 — Service-Erkennung¶
Checkmk erkennt Services automatisch. In Vesana:
- Host anlegen und das passende Profil zuweisen
- Die Profil-Checks entstehen automatisch (CPU, RAM, Platten, …)
- Bei SNMP-Geräten: Geräte-Scan bzw. SNMP-Sensor-Picker für die vorhandenen Sensoren
- Windows/Linux mit Agent:
agent_disküberwacht alle Partitionen,agent_services_autoalle automatisch startenden Dienste
Phase 5 — Rules / Notifications¶
Checkmk-Rules sind sehr granular. In Vesana trennt sich das in zwei Teile:
- Setup-Rule „Levels for filesystems" → Schwellwerte am Profil-Check, je Gerät überschreibbar
- „Notification rules" → Alert-Regel (Geltungsbereich, Statusse, Wartezeit, Kanäle, Eskalation)
- Ordner-spezifische Regel → eigenes Profil für diese Geräte bzw. Geräte-Auswahl in der Alert-Regel (Ordner und Tags sind kein Filter einer Alert-Regel)
Phase 6 — Tags¶
Checkmk-Host-Tags lassen sich als Vesana-Tags übernehmen — am Host („Host verwalten") oder über die API.
Phase 7 — Dashboards¶
Checkmk-Dashboards → eigene Dashboards (oder die angepasste eingebaute Übersicht). Widget-Mapping:
| Checkmk | Vesana |
|---|---|
| Sidebar-Snapin | eigene Fassung der Übersicht |
| Service-Liste | Tabelle oder Offene Probleme |
| Graph | Graph |
| Performance Graph | Heatmap |
| Notification History | Zustell-Journal unter Alerting bzw. Diagnose-Log |
Häufige Fragen¶
Was ist mit Cluster-Services?¶
Ein Aggregat fasst mehrere Hosts oder Checks zusammen und bewertet sie als K-von-N („mindestens 2 von 3 Knoten müssen laufen"). Solange noch genug Mitglieder laufen, steht das Aggregat auf WARNING statt CRITICAL. Über Abhängigkeiten unterdrückt es Folge-Alarme dahinter.
Special Agents (z. B. vSphere)?¶
ESXi wird über die vSphere-API mit einem Read-only-Konto abgefragt, Proxmox VE und Proxmox Backup Server über ihre API — jeweils als Geräteprofil aus der Vesana-Bibliothek. Für andere Systeme mit API: Check-Typ „Script (API)" mit einem eigenen Script.
Inventur (HW/SW-Inventarisierung)?¶
Mit Agent zeigt das Host-Detail Hardware, Inventar, Netzwerk und Sicherheit in der Tiefenanalyse. Ein eigenständiges Inventarisierungs-Werkzeug (Export, Historie) ist Vesana nicht — dafür z. B. GLPI oder OCS Inventory.
BI (Business Intelligence)?¶
Aggregate (K-von-N) und Dashboards. Mehrstufige Aggregations-Bäume wie in Checkmk-BI gibt es nicht.
Können wir Checkmk-Plugin-Inhalte übernehmen?¶
Lokale Checks (/usr/lib/check_mk_agent/local/) liefern ein eigenes Format, nicht das Nagios-Format. Den Inhalt als Monitoring-Script übernehmen und die Ausgabe auf das Nagios-Format (Exit-Code + Meldung + Perfdata) oder JSON umstellen, dann als agent_script-Check anlegen.