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SNMP-Sensor-Picker

Warum ein Picker

Statisch im Profil hinterlegte Checks raten, was auf einem Gerät vorhanden ist. Das geht für homogene Flotten gut, scheitert aber an der Realität:

  • Switches haben 16, 24, 28, 48 oder 96 Ports
  • Server haben 1, 2, 4, 8 Netzteile
  • Storages haben 4–60 Disks
  • Eigene Sensoren (Tür, Wasser, Rauch) sind nie im Standard-Profil

Der Picker macht einen Walk auf das Zielgerät, listet alles, was tatsächlich vorhanden ist, und du wählst per Häkchen, was als Check angelegt wird.

Picker öffnen

Der Picker ist Teil des Geräte-Scans: In der Checks-Toolbar der Host-Detail-Seite öffnet „Geräte-Scan" (für jeden Host mit Netzwerk-Ziel außer reinen Agent-Hosts) einen Dialog, der zuerst bekannte Hersteller-Checks gegen das Gerät probiert. Darin klappst du „Tiefer suchen (Walk)" auf — das öffnet den Picker direkt im Dialog. Der Walk nutzt die SNMP-Version des Hosts (v1/v2c oder v3); ist keine Community hinterlegt, fragt der Dialog vorher danach.

Details zum Geräte-Scan: Host-Detail-Seite.

Der Walk dauert je nach Gerät bis zu einer Minute („Walk läuft … (kann bis zu einer Minute dauern)"). Antwortet der Collector fünf Minuten lang nicht, endet der Walk mit Timeout. Ein einzelner Walk liest höchstens 50.000 Zeilen.

Was der Walk findet

Ausgewertet werden die Standard-MIBs, dazu hochgeladene Hersteller-MIBs (siehe MIBs) und hinterlegte Hersteller-Snippets des Profils. Die Vorschläge stehen in Gruppen:

Gruppe Quelle Vorgeschlagene Checks
Interfaces IF-MIB Betriebszustand je Port (snmp_oid auf ifOperStatus)
Bandbreite IF-MIB-Zähler (herstellerunabhängig) „Interface Utilization (highest)" (Warnung ab 90 %), „Interface Errors", je Schnittstelle „Bandwidth " in Mbit/s (snmp_bandwidth, als Rate je Sekunde). Funk-Schnittstellen zählen nicht zum Fehler-Check; ohne gemeldete Geschwindigkeit gibt es keinen Prozent-Check
Storage / Filesystem HOST-RESOURCES-MIB Füllstand je Dateisystem (snmp_storage, Warnung ab 80 %)
CPU-Kerne HOST-RESOURCES-MIB Last je Kern
Sensoren (Temperatur, Spannung, Strom, Leistung, Lüfter, Luftfeuchte, Frequenz) ENTITY-SENSOR-MIB je Sensor ein Check mit Wert und Einheit
USV UPS-MIB Batterie-Status, Akku-Ladung und Restlaufzeit — Ladung und Restlaufzeit mit fallender Grenze („Warn ≤")
Hersteller-Gruppen hochgeladene MIBs / Profil-Snippets je nach MIB; die Herkunft der Zuordnung steht dabei („Zuordnung aus dem gepflegten Katalog" bzw. „Zuordnung aus der Bezeichnung — Vorschlag, bitte prüfen")

Werte, die als Timeticks zurückkommen (z. B. sysUpTime), schlägt der Scan gleich mit der Darstellung „Zeitdauer aus Timeticks" vor: die Meldung zeigt „2d 1h 58m" statt der rohen Zahl. Mehr dazu: SNMP-Interpretation.

Auswahl

Je Gruppe gibt es alle / keine und eine Suche. Pro Sensor siehst du den aktuellen Wert und die vorgeschlagenen Grenzwerte; eine Markierung „Empfehlung" zeigt die sinnvollen Vorschläge. Misst der Host einen Wert schon (auch unter anderem Namen, etwa aus dem Geräteprofil), trägt der Vorschlag „Vorhanden: " und ist nicht vorausgewählt — nochmals hinzufügen legt einen zweiten Check an.

„N als Checks anlegen" legt die gewählten Sensoren als Checks am Host an — auf Geräten mit Collector laufen sie über den Collector. Mit „Auswahl auch ins Profil übernehmen" landen sie zusätzlich als Checks im Geräteprofil des Hosts und damit bei allen Geräten mit diesem Profil; das darf nur ein Super-Admin, weil Profile für alle Mandanten gelten.

„Neu scannen" startet einen frischen Walk, etwa nach einem Hardware-Tausch.

API

Endpoint Zweck
POST /api/v1/discovery/snmp-walk Neuer Walk-Auftrag
GET /api/v1/discovery/snmp-walk/{id} Status + Ergebnis
GET /api/v1/discovery/hosts/{host_id}/snmp-walk/latest Letzter Walk eines Hosts
POST /api/v1/discovery/snmp-walk/{id}/cancel Walk abbrechen
POST /api/v1/discovery/snmp-walk/{id}/apply Auswahl als Checks anlegen

Grenzen

  • Ohne hochgeladene Hersteller-MIBs deckt der Walk nur die Standard-MIBs ab — für herstellerspezifische Werte siehe MIBs.
  • Reines SNMP v1 kennt kein Bulk-Lesen; der Walk ist dort langsamer.

Anschluss