Reachability-Hint¶
Wenn ein Server stirbt, fallen typischerweise auch alle Services drauf aus. Ohne Reachability-Hint feuert dann jeder einzelne Check eine eigene Alarm-Mail — bei einem Host mit 12 Services kommen 12 Mails für genau ein Problem.
Der Reachability-Hint (in der Oberfläche auch „Erreichbarkeits-Check" bzw. „Erreichbarkeits-Anker") markiert einen Check pro Host als das „Ist der Host überhaupt online?"-Signal. Alarmiert dieser Check, gilt der Host als nicht erreichbar, und die Alarme der anderen Checks dieses Hosts werden unterdrückt. Es kommt eine Meldung: die des Reachability-Checks selbst.
Typischerweise ist das ein Ping-Check. Ping-Checks, die im Profil angelegt werden, sind automatisch als Reachability-Hint markiert. Beim Anlegen eines Hosts ohne Agent, aber mit IP-Adresse oder DNS-Namen sorgt Vesana für einen Anker, falls noch keiner da ist: ein vorhandener Ping wird markiert, sonst wird ein Ping-Check (60 s) angelegt. Agent-Hosts brauchen keinen — dort zählt der Agent-Herzschlag.
Verhältnis zu Dependencies & Inhibition¶
Dependencies & Inhibition modellieren manuelle Eltern-Kind-Beziehungen über Host-Grenzen hinweg („Switch sw-core → 50 dahinterliegende Server"). Der Reachability-Hint wirkt innerhalb eines einzelnen Hosts: er pausiert dessen eigene Service-Alerts, wenn der Host nicht erreichbar ist. Er ist zugleich die Grundlage dafür, ob ein Eltern-Host in einer Abhängigkeit als ausgefallen gilt.
Beides funktioniert parallel:
- Switch fällt aus → Inhibition unterdrückt Alerts der dahinterliegenden Server.
- Einzelner Server fällt aus → Reachability-Hint unterdrückt Alerts der Services AUF diesem Server.
Wo wird das eingestellt?¶
Auf Profil-Ebene (Vorgabe für alle Hosts mit dem Profil)¶
Profiles → Profil aufklappen → Check bearbeiten → Abschnitt „Verhalten", Schalter „Bestimmt, ob das Gerät erreichbar ist".
Ändert sich der Schalter und haben Hosts mit diesem Profil für diesen Check eine eigene Einstellung, fragt Vesana beim Speichern nach:
- Ja, auch eigene Einstellungen ersetzen — der neue Profil-Wert gilt sofort überall.
- Eigene Einstellungen behalten — Hosts mit eigener Wahl bleiben davon unberührt.
In der Check-Liste des Profils erkennst du den markierten Check am Radar-Badge „Erreichbarkeit".
Pro Host¶
Host öffnen → „Host verwalten" → Reiter „Alarmierung" → „Erreichbarkeits-Check"
| Option | Wirkung |
|---|---|
| Profile-Default verwenden | Übernimmt, was im Profil steht (Standard, keine eigene Einstellung). |
| Deaktiviert | Kein Check dieses Hosts gilt als Reachability-Hint. Bei Host-Ausfall alarmieren alle Services einzeln. |
| Bestimmten Check als Hint setzen | Klappt eine Liste der aktiven Checks dieses Hosts auf. Wähle den gewünschten Check. |
Die eigene Wahl am Host gewinnt gegen das Profil. Für einen einzelnen Check geht es auch im Check-Editor am Host: Abschnitt „Alarmierung", Schalter „Als Reachability-Hint verwenden".
Deaktivierst oder löschst du den letzten Anker eines Hosts, warnt Vesana („Erreichbarkeits-Anker geht verloren") und bietet an, den Anker auf einen anderen aktiven Check zu übertragen.
In der Check-Tabelle sichtbar¶
Auf der Host-Detail-Seite steht ein Radar-Symbol hinter dem Check, der gerade Reachability-Hint ist; der Tooltip erklärt es.
Wann gilt ein Host als nicht erreichbar?¶
Vesana bewertet die Erreichbarkeit alle 30 Sekunden:
- Reachability-Hint: mindestens ein Hint-Check des Hosts alarmiert mit einem gemessenen CRITICAL oder WARNING. Ein Hint auf No Data zählt nicht — das heißt nur, dass der Prüfer fehlt, nicht dass der Host weg ist.
- Agent-Hosts: zusätzlich gilt ein Host als nicht erreichbar, wenn sein Agent sich 3 Minuten nicht gemeldet hat — auch ohne eigenen Ping-Check. Ein Agent, der sich noch nie gemeldet hat, liefert kein Urteil und überstimmt keinen grünen Ping.
Liefern beide Quellen Daten, gewinnt „nicht erreichbar".
Kommt der Host zurück, laufen die Checks normal weiter; was danach noch gestört ist, wird nachgeholt — die Anlaufphase sammelt dabei Boot-Folgen, siehe Wenn-Dann-Referenz.
Mehrere Reachability-Hint-Checks pro Host¶
Über das Profil kann ein Host mehrere Hint-Checks haben (z. B. Ping UND HTTP); dann gilt: alarmiert einer, ist der Host nicht erreichbar. Wählst du am Host „Bestimmten Check als Hint setzen", reduziert Vesana beim Speichern auf genau diesen einen Check.
Empfohlene Vorgaben¶
- Server mit Ping-Check: Ping als Reachability-Hint (automatisch).
- Switches/Router/Firewalls mit SNMP: Ping als Reachability-Hint. SNMP-Checks alleine sind kein guter Hint — snmpd kann hängen, ohne dass das Gerät weg ist.
- Geräte ohne Ping (z. B. ICMP blockiert): einen TCP-Port-Check oder einen leichten HTTP-Check als Hint setzen.
- Agent-Hosts: keine Konfiguration nötig, der Agent-Herzschlag reicht.
Wann deaktivieren?¶
In aller Regel willst du den Reachability-Hint angeschaltet lassen. Deaktiviere ihn höchstens für Hosts, bei denen du auch dann für jeden Service eine eigene Meldung willst, wenn der Host komplett weg ist.