SNMPv3 (USM) einrichten¶
SNMPv3 ergänzt die einfachen Community-Strings von SNMP v1/v2c um Authentifizierung (Integrität) und Verschlüsselung (Vertraulichkeit) über das User-based Security Model (USM). Vesana unterstützt SNMPv3 pro Host und als tenant-weites Zugangsdaten-Set.
Wo du es einträgst¶
- Beim Host anlegen im Bereich Zugangsdaten → SNMP: die
Version auf
v3stellen, dann erscheinen die USM-Felder. - An einem bestehenden Host über Host verwalten → Zugänge.
- Als Zugangsdaten-Set der Art SNMP v3 beim Kunden (Tenants → Kunde aufklappen → Zugangsdaten) — danach überall per „Gespeicherte Zugangsdaten" auswählbar.
- Im Automatischen Setup in der Aufgabe „SNMP-Zugang klären" (v3: Benutzer + Passwörter).
Felder¶
- Benutzername (Security Name) — der SNMPv3-Benutzer auf dem Gerät.
- Auth-Passwort — für Authentifizierung.
- Verschlüsselungs-Passwort (Priv-Passwort) — für Verschlüsselung; nur zusammen mit einem Auth-Passwort möglich.
- „Protokolle manuell festlegen" (optional): Auth-Protokoll
SHA-256,SHA-512,SHA-384,SHA-224,SHA-1 (legacy),MD5 (legacy)und VerschlüsselungAES-128,AES-256,AES-192,DES (legacy). Standard ist „Automatisch erkennen" — wer die Protokolle kennt, stellt sie hier ein.
Beide Passwörter werden verschlüsselt gespeichert (AES-256) und nie im Klartext zurückgegeben. SNMPv3-Passwörter müssen mindestens 8 Zeichen lang sein.
Security-Level: nicht raten, sondern ableiten¶
Es gibt kein Security-Level-Feld. Vesana leitet die Stufe aus den eingegebenen Passwörtern ab:
| Eingabe | Ergebnis |
|---|---|
| nur Benutzername | noAuthNoPriv |
| Benutzername + Auth-Passwort | authNoPriv |
| Benutzername + Auth-Passwort + Verschlüsselungs-Passwort | authPriv (empfohlen) |
Das gilt beim Anlegen, beim Bearbeiten und für Zugangsdaten-Sets gleichermaßen.
„Verbindung prüfen"¶
SNMPv3 verrät nicht, welche Auth-/Verschlüsselungs-Verfahren ein Gerät erwartet. Statt zu raten: Benutzername und Passwörter eintragen und „Verbindung prüfen" drücken. Vesana probiert die gängigen Kombinationen am echten Gerät durch und speichert nur, was nachweislich funktioniert.
- Geprüft wird zuerst direkt vom Server — die Antwort kommt in Sekunden, auch auf einer frisch installierten Instanz ohne Collector. Nur wenn das Gerät für den Server nicht erreichbar ist, übernimmt der Collector des Hosts.
- Vorab prüft Vesana, ob das Gerät überhaupt auf SNMP antwortet, und probiert danach die ganze Matrix — auch bei Geräten wie MikroTik, die Anfragen mit falschem Verfahren still verwerfen.
- Erfolg: „Verbindung steht — Gerät meldet sich als „switch-01"" mit der erkannten Kombination (z. B. „Erkannt: authPriv · Auth SHA256 · Verschlüsselung AES"). Die Protokolle werden ins Formular übernommen und im Host-Dialog direkt am Host gespeichert („· gespeichert").
- Fehler in Klartext, egal von wo geprüft wurde:
| Meldung | Bedeutung |
|---|---|
| Gerät antwortet nicht auf SNMP | UDP 161 nicht erreichbar oder SNMP am Gerät aus |
| Benutzername am Gerät unbekannt | USM-Benutzer existiert dort nicht |
| Auth-Passwort passt nicht | Authentifizierung abgelehnt |
| Verschlüsselungs-Passwort passt nicht | Priv-Passwort falsch |
| Gerät hat die Verbindung abgelehnt | Gerät antwortet, akzeptiert aber keine Kombination — Passwörter prüfen |
| Uhrzeit-Abweichung zum Gerät | USM-Zeitfenster verletzt — Uhr am Gerät stellen |
| Passwort zu kurz (mind. 8 Zeichen) | USM-Mindestlänge |
| Collector noch nicht aktuell | Der zuständige Collector kann die Prüfung noch nicht; er aktualisiert sich selbst — Name und Version stehen in der Meldung |
Muss zum Gerät passen¶
Benutzername, Protokolle und Passwörter müssen exakt dem SNMPv3-Benutzer entsprechen, der auf dem Zielgerät konfiguriert ist. Stimmt etwas nicht überein, liefern die SNMP-Checks keine oder falsche Werte — deshalb vor dem Speichern „Verbindung prüfen". Im Zweifel die SNMPv3-Benutzerkonfiguration am Gerät prüfen (gleicher Auth-/Verschlüsselungs-Algorithmus, gleiche Passwörter).
Abgrenzung: Discovery-Communities¶
Die Netz-Suche und die Klassifikation der Discovery sprechen SNMP v1/v2c über Communities. SNMPv3-Zugänge nutzt das Automatische Setup beim Einrichten der Geräte, und sie gelten für die SNMP-Checks des jeweiligen Hosts.
Anschluss¶
- Zugangsdaten-Sets — SNMPv3 einmal pro Tenant hinterlegen
- Hosts anlegen — der Ablauf, in dem die SNMP-Zugangsdaten gesetzt werden
- Check-Typen-Referenz — die SNMP-Check-Typen, die diese Credentials verwenden