Speicher wächst¶
Die Datenbank oder die Festplatte des Servers füllt sich schneller, als erwartet. Fast immer liegt die Ursache in einer Kombination aus Retention-Einstellung, einem zu geschwätzigen Check oder aktivierter Log-Sammlung — selten in einem echten Leck.
1. Erst hinschauen, dann handeln¶
Admin → Wartung → Ressourcen → Untertab „Speicher" ist die zentrale Stelle für alles rund um Disk- und DB-Verbrauch:
- Belegung — wie viel der Partition ist belegt (Warnung ab 85 %)
- Wachstum pro Tag — nach Kompression und roh; ein großer Unterschied zwischen beiden zeigt, dass Kompression zwar greift, aber die Rohdaten-Rate selbst hoch ist
- Datenklassen-Tabelle — pro Hypertable Größe, Kompressionsstand, Zeilenzahl, ältester Datenpunkt
- „Wohin der Platz geht" — Docker-Aufschlüsselung (Images, Container, Volumes, Build-Cache) inklusive sofort reklamierbarem Anteil
- „Größte Datenproduzenten" — welche Checks in den letzten 24 Stunden am meisten geschrieben haben
Details: Ressourcen.
2. Größten Datenproduzenten identifizieren¶
Bevor du an der Retention drehst, lohnt sich der Blick auf „Größte Datenproduzenten" — oft ist ein einzelner Check die Ursache: ein zu kurzes Intervall, ein Check, der viele Werte gleichzeitig schreibt (z. B. ein SNMP-Walk mit vielen Sensoren), oder ein neu angelegter Check ohne sinnvolles Intervall. Fix meist einfacher als Retention-Änderung: Intervall des betroffenen Checks erhöhen.
3. Logs als häufiger Treiber¶
Log-Sammlung (agent_script/File-Tailing/journald/Windows Event Log über den Agent) kann bei hoher Log-Rate spürbar zur Speichergröße beitragen — deutlich mehr als reine Metrik-Checks. Prüfe:
- Läuft Log-Sammlung auf Hosts, bei denen das gar nicht nötig wäre?
- Ist die Retention für Logs (Default: 3 Tage komprimieren, 30 Tage behalten) sinnvoll für dein Volumen, oder zu großzügig?
- Filtert die Log-Source unnötig geschwätzige Quellen mit (z. B. Debug-Level-Logs, die niemand auswertet)?
Details: Logs.
4. Retention prüfen und anpassen¶
Pro Datenklasse einstellbar unter Admin → Wartung → Ressourcen → Speicher:
| Datenklasse | Default Komprimieren nach | Default Behalten |
|---|---|---|
| Messwerte (Check-Ergebnisse, Detail) | 3 Tage | 90 Tage |
| Logs überwachter Systeme | 3 Tage | 30 Tage |
| Diagnose-Ereignisse (System-Log) | 7 Tage | 90 Tage |
| Collector-/Agent-Heartbeats | — | 30 Tage |
Grenzen: Komprimieren zwischen 1 und 60 Tagen, Behalten zwischen 7 und 3650 Tagen — oder 0 für unbegrenzt. Wichtig: Speichern wirkt sofort und endgültig, es gibt keinen Rückgängig-Knopf für bereits gelöschte Rohdaten.
Verlaufsdaten bleiben trotzdem erhalten
Auch wenn die Detail-Messwerte (check_results) nach der eingestellten Frist gelöscht werden, bleiben die daraus abgeleiteten 5-Minuten-, Stunden- und Tages-Aggregate für ihre jeweils eigene, viel längere Vorhaltezeit erhalten (Tages-Werte unbegrenzt). Langzeit-Trends im Verlauf gehen also nicht mit der Rohdaten-Retention verloren.
5. „Jetzt aufräumen"¶
Erscheint auf der Speicher-Seite ein sichtbarer Rückstand (Kompression oder Retention hinkt hinterher), zeigt sich ein Button „Jetzt aufräumen". Er stößt den Wartungslauf sofort an, statt auf den nächsten planmäßigen Lauf (alle 6 Stunden) zu warten, und meldet das Ergebnis im Klartext, z. B. „12 Abschnitt(e) komprimiert, 4 per Aufbewahrung entfernt".
6. Kompression greift nicht sichtbar¶
Zeigt die Datenklassen-Tabelle eine Warnung „Kompression greift nicht", obwohl Kompression konfiguriert ist — meist ein Zeichen, dass der Wartungslauf noch nicht durchgelaufen ist (bis zu 6 Stunden Verzögerung) oder dass frisch geschriebene Chunks naturgemäß noch unkomprimiert sind (Kompression greift erst nach der konfigurierten Frist, z. B. 3 Tage). Kein Grund zur Sorge, solange sich der Wert über mehrere Stunden hinweg bewegt.
7. Disk-Platz durch Docker selbst¶
Nicht jedes Wachstum kommt aus der Datenbank — alte, ungenutzte Docker-Images und Build-Cache sammeln sich über die Zeit an, besonders nach mehreren Updates. Das „Wohin der Platz geht"-Panel zeigt den reklamierbaren Anteil direkt an; ein docker system prune (manuell, außerhalb der GUI) räumt das zusätzlich auf, sollte aber außerhalb eines laufenden Updates passieren.
Checkliste¶
- Ressourcen → Speicher öffnen, Belegung + Wachstum/Tag ansehen
- Größte Datenproduzenten prüfen — ein einzelner Check verantwortlich?
- Log-Sammlung sinnvoll begrenzt?
- Retention pro Datenklasse zum tatsächlichen Bedarf passend?
- „Jetzt aufräumen" nutzen statt auf den nächsten 6-Stunden-Lauf zu warten
- Docker-Altlasten (Images/Build-Cache) mit einbeziehen
Anschluss¶
- Ressourcen
- Logs
- Backup & Disaster-Recovery — eigene Retention, unabhängig von der hier beschriebenen