Internetlinien überwachen¶
Der Check „Internetlinie (Speedtest)" (internet_line) misst eine Internetlinie aktiv durch und beantwortet die Fragen, die sonst erst beim Kundenanruf auftauchen: Kommt an, was bezahlt wird? Wird die Leitung unter Last träge? Fliegt sie nachts raus?
Was gemessen wird¶
Jede Messung läuft in drei Phasen (insgesamt ~30–40 s):
- Ruhe-Ping — Basis-Latenz, Jitter, Paketverlust
- Download — NDT7-Speedtest; parallel wird weiter gepingt → aus dem Latenz-Anstieg unter Last entsteht die Bufferbloat-Note A+–F (erklärt „Videocall ruckelt, obwohl der Speedtest gut aussieht")
- Upload — NDT7-Speedtest, server-seitig gezählt
Zusätzlich wird die öffentliche IP der Linie erfasst — IP-Wechsel = Reconnect, sichtbar als Zeitleiste.
Einrichtung¶
- Host anlegen mit Profil „Internetlinie" (bringt die Visualisierung mit), oder bei einem bestehenden Host die Geräte-Visualisierung „Internetlinien-Panel" wählen.
- Pro Linie einen Check „Internetlinie (Speedtest)" hinzufügen — Modus passiv (Collector im Kundennetz misst dessen Linie) oder aktiv (der Vesana-Server misst seine eigene).
- Am Check die gebuchte Bandbreite hinterlegen (Down/Up in Mbit/s). Ohne Sollwert misst der Check rein informativ und alarmiert nie.
Mehrere Linien an einem Standort = mehrere Checks auf demselben Host. Der Collector misst sie nacheinander, damit sich die Messungen nicht gegenseitig verfälschen.
Bewertung¶
| Zustand | Bedeutung |
|---|---|
OK |
Messwert ≥ 70 % vom Soll (Warn-Schwelle einstellbar) |
WARNING |
schlechtester Wert (Down oder Up) unter 70 % vom Soll |
CRITICAL |
schlechtester Wert unter 50 % vom Soll — oder Linie komplett tot (Ping UND Messung fehlgeschlagen) |
UNKNOWN |
Linie erreichbar, aber Messserver nicht (z. B. M-Lab-Störung) — bewusst kein Fehlalarm |
Das Linien-Panel¶
Auf der Host-Seite unter Gerät zeigt das Panel pro Linie: Soll/Ist für Down und Up mit Verlaufs-Sparkline, Bufferbloat-Note, Ping Ruhe→Last, Jitter, Paketverlust, öffentliche IP mit Reconnect-Zeitleiste (30 Tage) — und sobald genug Messpunkte da sind eine Tageszeit-Heatmap des Downloads („abends bricht die Leitung ein" auf einen Blick).
Datenvolumen & Intervall¶
Eine Messung überträgt je nach Linie einige hundert MB. Deshalb:
- Default-Intervall 6 h (4 Messungen/Tag) — bewusst grob wählen
- Eingebauter Schutzboden: der Check läuft nie öfter als alle 15 min, egal wie er konfiguriert wurde
- Bei Volumen-Tarifen (LTE/5G-Backup!) Intervall weiter strecken, z. B. 24 h
Eigener Messserver¶
Standardmäßig sucht der Check automatisch den nächstgelegenen M-Lab-Server. Wer keine Fremd-Infrastruktur will, trägt unter server_url einen self-hosted ndt-server ein — dann bleibt die Messung komplett im eigenen Haus.